Ein Kantonswechsel in der Schweiz führt nicht zum Verlust der Aufenthaltsgenehmigung, doch der Umzug erfordert mehr Formalitäten, als es auf den ersten Blick scheint. Das Wichtigste: Du musst dich innerhalb von 14 Tagen nach deiner Ankunft in der neuen Gemeinde anmelden und zuvor deine Abmeldung bei der alten Gemeinde vornehmen. Das ist keine optionale Bürokratie. Das „Contrôle des habitants“ ist das Einwohnermeldeamt, das deinen Wohnsitz verwaltet, und eine Abmeldung ohne anschließende Anmeldung kann Unstimmigkeiten verursachen, die später wochenlangen Schriftverkehr mit verschiedenen Behörden nach sich ziehen.
Was den Ausweis selbst betrifft, ist das Verfahren einfacher. Der neue Kanton stellt einen neuen Ausweis mit denselben Angaben aus. Wenn du einen Ausweis der Klasse B hattest, behältst du die Klasse B. Wenn du einen der Klasse C hattest, behältst du die Klasse C. Was sich ändert, ist die kantonale Migrationsbehörde, die deine Akte von diesem Zeitpunkt an bearbeitet. Das SEM koordiniert die Übergabe, aber es gibt eine Übergangsphase, in der die Aufenthaltsgenehmigung des bisherigen Kantons noch gültig ist, während die neue bearbeitet wird. Man sollte nicht in Panik geraten, wenn sich die Fristen etwas verlängern.
Am deutlichsten und unerwartetsten macht sich der Wechsel bei den Steuern bemerkbar. Wenn du Quellensteuer zahlst, gelten ab dem Monat nach dem Wohnsitzwechsel die Sätze des neuen Kantons, die dein Arbeitgeber einbehält. Und hier kann der Unterschied beträchtlich sein: Die Quellensteuersätze variieren erheblich zwischen den Kantonen. Genf und Waadt haben beispielsweise in der Regel höhere Sätze als das Wallis, Schwyz oder Appenzell. Wenn du in einem anderen Kanton arbeitest als dem, in dem du wohnen wirst, kann auch diese Kombination die Situation verändern. Es lohnt sich, die Berechnung anzustellen, bevor du den neuen Mietvertrag unterschreibst.
Der Rest ist die übliche Liste der Adressänderungen: Krankenkasse, Arbeitgeber (zur Aktualisierung der AVS) und Rentenversicherung, Bank. Das sind einfache Formalitäten, die, wenn man sie erst nach dem Umzug erledigt, auch Wochen später noch anstehen und immer wieder für kleine Probleme sorgen.