Heute ist die Sommersonnenwende. Die Johannisnacht ist am Freitag. In der Schweiz werden beide Feste nicht so gefeiert wie in Spanien.

Heute, am 21. Juni, ist der längste Tag des Jahres: die Sommersonnenwende. Eigentlich ist die Nacht von San Juan selbst die Nacht vom 23. auf den 24.…

Heute, am 21. Juni, ist der längste Tag des Jahres: die Sommersonnenwende. Eigentlich ist die Nacht von San Juan selbst die Nacht vom 23. auf den 24. Juni, die Vigil zum Fest des Heiligen Johannes des Täufers. Auch wenn an vielen Orten die beiden Termine bereits miteinander vermischt werden und man schon in dieser Woche mit den Feierlichkeiten beginnt, handelt es sich technisch gesehen um zwei verschiedene Dinge. Ich erwähne das, weil jedes Jahr jemand in der Gruppe auftaucht, der diesbezüglich verwirrt ist, und es schadet ja nicht, das einmal zu klären.

In Spanien gehört die Nacht von San Juan zu den bedeutendsten Festnächten im Volkskalender, insbesondere in Galicien, Katalonien, der Autonomen Gemeinschaft Valencia, dem Baskenland und auf den Kanarischen Inseln. Es gibt Lagerfeuer am Strand oder im Dorf, Zettel mit Wünschen, die im Feuer verbrannt werden, Meerwasser, das angeblich Glück bringt, Sprünge über die Flammen und vielerorts eine Nacht, die bis zum Sonnenaufgang dauert. Es ist eines dieser Rituale, die man, wenn man sie als Kind erlebt hat, nicht so leicht vergisst.

In der Schweiz ist die „Johannisnacht“ in einigen Gemeinden als Volkstradition verwurzelt, vor allem in der Deutschschweiz und in bestimmten Gebieten der Romandie, doch die gemeinschaftliche Dimension ist hier weitaus zurückhaltender. Es ist keine Nacht, in der die Menschen massenhaft auf die Straße strömen. Das grosse Volksfest mit weit sichtbaren Lagerfeuern und Feuerwerken findet hier am 1. August, dem Nationalfeiertag, statt. Dieser Tag hat eine vergleichbare symbolische Bedeutung. Die Sommersonnenwende oder die Johannisnacht verläuft dagegen relativ ruhig. Wenn du an diesem Freitag in einer Schweizer Gemeinde ein Lagerfeuer siehst, dann bist du an einem der Orte gelandet, an denen die Tradition tatsächlich noch gepflegt wird. Das sind die wenigsten.